Warum macht Horst Musik? Also begonnen hat es sehr früh. Wahrscheinlich mit der Muttermilch aufgenommen, denn ich komme aus einem musikalischen Haus, wo Opa , Eltern und alle fünf Geschwister musikalisch bewandert sind und mehr oder weniger Instrumente spielen können. Erste Einflüsse durch meine älteren Brüder waren dann Jazz- Rock/ Rock der späten 60-er Jahre, bis ich dann meine erste Schallplatte bekam: Elvis forever!! Das im Alter von acht Jahren und - Zack- war es um mich geschehen, so etwas wollte ich auch machen! Die zweite Platte war dann von ACDC- High Voltage- wow, jetzt wusste ich, das war es, was ich spielen wollte! Mit zehn Jahren bekam ich dann meine erste Gitarre geschenkt, gleich eine elektrische, eine "PAULA". Es war zwar nur eine Kopie, die aber zu meinem ersten Verstärker, einem Röhrenradio, sehr gut passte. Das Gitarrenspielen lernte ich folgendermaßen: Platte von ACDC an und nachspielen, was das Zeug hielt, zuerst nur auf einer Saite, dann auf zwei, bis ich es mit allen sechs Saiten hinbekam. Das habe ich dann die nächste Jahre tagein tagaus getan, denn ich habe dann natürlich alle Scheiben von ACDC besorgt! Zu diesem Zeitpunkt hätte ich wahrscheinlich sofort in die Gruppe einsteigen können, falls jemand ausgefallen wäre und sie ausgerechnet mich gefragt hätten! Haben sie aber leider nicht. Die Musik dieser Zeit hat mich geprägt, denn bis heute höre ich noch gern die MUsik der 60-ger und 70-ger, aber auch Punk, Hardcore und richtigen Rock`n Roll. Gespielt habe ich dann als Gitarrist in einigen Formationen im Metal- und Hardcorebereich, mal mit Bühnenerfahrung, andere kamen über den Übungsraumstatus nicht hinaus. Nun fragt ihr euch sicher, was macht so einer bei den "Speellüüd"? Ich sehe das alles nicht so engstirnig. Musik muss zunächst ehrlich gemeint sein und Spaß machen. Beide Dinge sind hier voll erfüllt, vor allem der Spaßfaktor, das zu erklären würde hier zu weit führen. Kennengelernt habe ich die Gruppe durch meinen Arbeitskollegen und das Gründungsmitglied Karl (Kalli) Perkuhn. Anfänglich begleitete ich die Gruppe nur als Fan, später auch mal als Fahrer, weil ich zu der Zeit einen tollen Bus fuhr. Als dann eines Tages der Urbassist Bernd Cohrt ausstieg, bot man mir den Job an. Da ich die Gruppe schon eine Weile begleitete, kannte ich die meisten Stücke schon recht gut, aber Bass hatte ich bis dahin noch nicht gespielt. Nun denn, wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Also gesagt getan, lernte ich schnell das Bassspielen. Von Vorteil erwies sich hierbei die Art und Weise, wie ich das Gitarrespielen lernte: einfach zuhören und spielen, denn Noten lesen oder sonstiges theoretisches Fachwissen habe ich mir bis heute nicht angeeignet! Da bin ich nun auch zu alt für und auf mein Gehör kann ich mich prima verlassen! Bin sowieso der Ansicht, dass zuviel Theorie die Intuition tötet. Einer meiner ersten Auftritte war gleich eine Fernsehproduktion für das ZDF- "Sonntagskonzert"- die Folge hieß: "Perlen der Nordsee". Mein Glück war es, dass es eine Playbackaufnahme war, denn spielen konnte ich die Titel noch nicht wirklich. Das fiel aber keinem auf, hoffe ich, höchstens die leicht geröteten Augen von der vorher durchzechten Nacht. Was Schminke und Puder alles so verdecken können?! Prima! Nun bin ich schon seit 1995 bei den "Speellüüd" und es macht mir noch immer einen Heidenspaß, mit ihnen zu spielen und zu feiern. Bald gibt es die Gruppe schon 30 Jahre und ich bin stolz, ein Teil dieser Jahre mit meinen Freunden auf der Bühne gestanden zu haben. Inzwischen sogar mit unserem tollen Trommler Carsten, der, wenn wir nicht aufpassen, bald einen eigenen Bühnenwagen benötigt für sein ständig wachsendes Schlagzeug. Ich hoffe, es folgen noch weitere dreißig Jahre, zumal wir gerade auf einem prima Weg sind mit alten traditionellen Titeln und den rockigen Oldies mit eigenen plattdeutschen Texten. Wie unser neues Motto eben heißt: FOLK`N ROCK OP PLATT. Man sieht sich !!!!!! Euer Horst
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